Vom Schnee zum Speiseeis

Speiseeis kennt man etwa seit 3000 Jahren vor Christus. Marco Polo berichtete, daß man es bereits in China schätzte. Auch Griechen und Römer erfreuten sich an dieser Leckerei. Kaiser Nero oder König Salomon haben sich schon am Eis gütlich getan. Natürlich hatte das Speiseeis von damals mit dem heutigen nicht viel Ähnlichkeit. Meist war es von schnellen Boten herbei-geholtes Gletschereis oder Gletscherschnee, das man dann mit Fruchtmark, Honig, Veilchen, Rosenwasser und Zimt vermischt servierte.
Der Arzt und Gelehrte Hipokrates soll 300 vor Chr. seine Schüler auf die besondere Wirkung des Speiseeises auf Menschen hingewiesen haben. Mit dem Untergang der Antike geriet auch die Eiszubereitung wieder in Vergessenheit.
Im Mittelalter wurde das Eis wieder populär. Die florentinische Prinzessin Katharina de Medici brachte in die Ehe mit Heinrich dem II auch einen Eiskonditor mit, der köstliche Eisspeisen komponierte und dessen Rezepte wie Staatsgeheimnisse behandelt wurden. War das Eis bisher nur den Reichen vorbehalten, so begann es mit der Eröffnung eines Eiscafes im Jahre 1651 durch den Sizilianer Procpio auch bei den breiten Massen seinen Siegeszug.
1660 erfand der Italiener Couteaux eine Eismaschine mit sich drehender Büchse und Spattelung der Eismasse womit man Eis von heutiger Qualität herstellen konnte. Gekühlt wurde mit gefrorenem Wasser, das besalzt wurde.
Erst Ende des 18 Jahrhunderts entdeckten die Deutschen das Speiseeis als Delikatesse.

Speiseeis im heutigen Sinn entwickelte sich mit dem ersten Aufkommen künstlicher Kühlverfahren, die bis zur Ammoniak-Verflüssigung durch Michael Faraday 1873 immer weiter verbessert wurden. Bereits 1774 ließ sich der Herzog von Charters die erste Eistorte servieren. Goethe liebte besonders das Himbeereis.
In Amerika patentierte 1843 die Hausfrau Nancy Johnson eine handbetriebene Eismaschine, die aus einer Art Butterfass bestand, das von außen durch eine Schicht aus Eis und Salz heruntergekühlt wurde. Ein mechanischer Quirl verrührte während des Kühlvorgangs die Eismasse. Da Mrs. Johnson Ihre Erfindung nicht selbst vermarkten konnte, verkaufte sie das Patent für 200 Dollar an einen Küchenausstatter aus Philadelphia. Unter Anwendung zahlreicher Verbesserungen werden diese einfachen Eismaschinen in den USA heute noch gebaut.
Die erste industrielle Eiscrémeproduktion wurde 1851 von Jacob Fussell in Baltimore aufgenommen. Fussell war ursprünglich Milchhändler und hatte die Idee, überschüssige Milchprodukte als Speiseeis zu verarbeiten. Sein Konzept fand so großen Anklang, dass nur wenige Jahre später Fabrikbetriebe in Boston und New York entstanden.
Moderne Eismaschinen funktionieren vollautomatisch und kraftsparend. Neben den traditionell offenen Maschinen haben sich in den letzten Jahren immer mehr die Vollautomaten durchgesetzt, die dem Eiskonditor ein sehr effizientes Arbeiten bei besten Ergebnissen bieten
Heute gibt es unzählige Eiskonditoren, die sich den Markt mit industriellen Herstellern teilen. Es gibt eine Speiseeisverordnung, die die verschiedenen Eisqualitäten genau reglementiert.

 

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